Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 00:00 Uhr
Kaum einer wusste davon
Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn haben am Dienstagabend das Straßenbild im oberen Filstal beherrscht. Sie nahmen an einer Großübung im Lämmerbuckeltunnel auf der A 8 teil.
170 Einsatzkräfte sind mit über 30 Fahrzeugen am Dienstagabend zu einer nicht angesagten kreisübergreifenden Übung zum Lämmerbuckeltunnel auf der A 8 ausgerückt. Beteiligt waren aus dem Kreis Göppingen die Feuerwehren aus Wiesensteig, Gruibingen, Bad Ditzenbach, Geislingen, Drackenstein und Hohenstadt. Aus dem Alb-Donau-Kreis waren Feuerwehren aus Laichingen, Merklingen und Blaustein eingesetzt.
Das Szenario: Um 19.02 Uhr meldete ein Notrufer einen schweren Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen auf der Autobahn 8. Weitere Personen melden dann, dass sich der Unfall im Lämmerbuckeltunnel ereignet habe und die Fahrzeuge brennen würden. Auch das Brandmeldekabel im Tunnel löste einen Alarm aus. Die Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Göppingen gab daraufhin einen Großeinsatz für das obere Filstal aus - zahlreiche Feuerwehren wurden alarmiert.
Sechs Minuten nach dem Alarm trafen die Feuerwehren aus Wiesensteig und Gruibingen als erste am Lämmerbuckel ein. Dort erwartete sie glücklicherweise nicht das von der Leitstelle angekündigte Schreckensszenario, sondern ein zehnköpfiges Team, welches die gesamte Übung leitete. Eigens für die Übungen wurde im Vorfeld durch die Autobahnmeisterei die A 8 in Richtung Ulm halbseitig gesperrt und der Verkehr sicher auf einem Fahrstreifen an der Übungsstelle vorbeigeleitet.
Die nach und nach eintreffenden Feuerwehren hatten zahlreiche Aufgaben zu meistern und gingen mit Schläuchen in den Lämmerbuckeltunnel vor. Aufgrund des Ausmaßes der dargestellten Lage und des vorhandenen Alarmplanes wurden weitere Kräfte alarmiert. So fuhren die Feuerwehren aus Laichingen und Merklingen über Feldwege den Parkplatz Heidental am Ulmer Portal des Tunnels an. Ihnen stellte sich dort eine vergleichbare Aufgabe: eine Erkundung der Situation im Tunnel mit einer umfangreichen Brandbekämpfung. Auch Verletzte waren zu versorgen.

Außerdem mussten die Einsatzkräfte kilometerlange Schlauchleitungen vom Haus Lämmerbuckel zu beiden Portalseiten des Tunnels aufbauen. Dies war notwendig, weil das Wasser in den Feuerwehrfahrzeugen zur Neige ging.
Zur Koordination entsprechender Großeinsätze gibt es im AlbDonau-Kreis und im Landkreis Göppingen Führungseinheiten. Diese wurden aus Uhingen und Eislingen sowie aus Laichingen und Blaustein angefordert und konnten etwa eine dreiviertel Stunde nach Einsatzbeginn ihre Arbeit vor Ort aufnehmen.
Bei der Übung wurde zudem angenommen, dass über zehn Personen mit Rauchgasvergiftungen sowie weiteren Verletzungen zu versorgen sind. Die Schnelleinsatzgruppe aus Geislingen wurde daher zum Ulmer Portal alarmiert, um dort auf einer Wiese die Schnelleinsatzzelte aufzubauen und die Verletzten zu versorgen.
Eingeweiht in die Alarmübung waren nur wenige Führungskräfte der einzelnen Feuerwehren und Vertreter der zuständigen Behörden. Als Übungsbeobachter waren Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sowie Vertreter des Landratsamtes und des Regierungspräsidiums vor Ort. Regierungsdirektor Claus Herzog zeigte sich beeindruckt vom Großaufgebot und der entsprechenden Leistungsfähigkeit der Feuerwehren. Auch Kreisbrandmeister Dr. Michael Reick aus Göppingen und sein Kollege Harald Bloching vom AlbDonau-Kreis waren mit der Übung sehr zufrieden. Dadurch, dass nur wenigen Leuten diese Übung bekannt war, habe sie mit ihrem reellen Zeitablauf zahlreiche wichtige Erkenntnisse für einen richtigen Einsatz erbracht, waren sich die Kreisbrandmeister einig. Diese gilt es nun in den vorhandenen Feuerwehreinsatzplan einzuarbeiten.
Die Übung dauerte bis etwa 21 Uhr, dann galt es, die Schlauchleitungen und die gesamten Aufbauten des Einsatzes wieder sicher in die Fahrzeuge zu verstauen. Zur abschließenden Einsatznachbesprechung mit einer Verpflegung trafen sich schließlich alle Übungsteilnehmer im Feuerwehrhaus in Mühlhausen.
Quelle: Südwest Presse (Geislinger Zeitung)

